Ehepaar- und Familienbesteuerung

Ehepaar- und Familienbesteuerung

Die Heiratsstrafe bei der direkten Bundessteuer soll beseitigt werden. Das beantragt der Bundesrat in seiner Botschaft vom 21. März 2018 an das Parlament. Damit soll eine jahrzehntelange Kontroverse beendet und die verfassungswidrige Mehrbelastung der betroffenen Ehepaare aufgehoben werden. Die Vorlage führt zu jährlichen Mindereinnahmen bei der direkten Bundessteuer von rund 1,15 Milliarden Franken.

Beim vorgeschlagenen Modell berechnet die veranlagende Behörde in einem ersten Schritt die Steuerbelastung der Ehepaare im Rahmen der gemeinsamen Veranlagung. In einem zweiten Schritt berechnet sie eine alternative Steuerbelastung, die sich an die Besteuerung von Konkubinatspaaren anlehnt. Das Ehepaar schuldet bei diesem Modell den tieferen der beiden Beträge. Im Ergebnis ist die alternative Steuerberechnung eine Tarifkorrektur, die gezielt eine allfällige Benachteiligung von Ehepaaren bei der Steuerberechnung aufhebt.

Die Ehepaar- und Familienbesteuerung war in den vergangenen Jahren Gegenstand mehrerer Reformversuche. Zuletzt scheiterte am 28. Februar 2016 die Volksinitiative «Für Ehe- und Familie - gegen die Heiratsstrafe» trotz Ständemehr äusserst knapp. Die Dokumente dazu finden Sie in den Anlagen unten zum Download.

Im Juni 2018 wurde bekannt, dass von der Heiratsstrafe erheblich mehr Zweiverdienerehepaare betroffen sind als die ESTV geschätzt hat. Der Grund dafür ist, dass in den bisherigen Schätzungen Zweiverdienerehepaare mit Kindern nicht berücksichtigt wurden.

Die parlamentarische Beratung des Geschäfts ist aufgrund dieses Fehlers derzeit sistiert.

Letzte Änderung 21.06.2018

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https://www.estv.admin.ch/content/estv/de/home/allgemein/steuerpolitik/fachinformationen/botschaften/ehepaar-familienbesteuerung.html