Kennzahlen Strafsachen und Untersuchungen ASU

Die Abteilung Strafsachen und Untersuchungen (ASU) führt Strafverfahren durch, welche sich nach den Regeln des Verwaltungsstrafrechts richten. Die Abteilung wirkt auch bei der Gesetzgebung im Bereich des Steuerstrafrechts mit. Die ASU trägt damit dazu bei, den Steueranspruch der Allgemeinheit sicherzustellen, rechtswidriges Verhalten zu bestrafen und die Steuerrechtsordnung zu schützen.

Im Bereich der direkten Bundessteuer wird die ASU bei schweren Steuerwiderhandlungen aktiv. Diese Ermittlungsverfahren führt sie in Zusammenarbeit mit den kantonalen Steuerverwaltungen. In Bezug auf die Verrechnungssteuer und die Stempelabgaben ahndet die ASU Steuergefährdung, Steuerhinterziehung und Abgabebetrug.

Informationen über Steuerstrafverfahren der Jahre 2011 bis 2020

Direkte Bundessteuer

Strafuntersuchungen nach Art. 190 DBG

Neu eröffnete Verfahren
2011  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP JP
6 10 10 4 7 10 12  7 10  4 2
Durch Kantone veranlagte Nachsteuern und Bussen (in Mio. CHF)
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
22 9,5 0,6 21,6 133,7 41,4 268,7 24,8 221,6  85,4

Hinterziehungsverfahren nach Art. 175 DBG

Der ESTV gemeldete, durch die Kantone geführte Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung (gesamte Schweiz)
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP  JP  NP JP
3258 202 5609 243 6174 328 4332 338 5794 347 7685 244 6670 273 8615 365 n/v

Verrechnungssteuer und Stempelabgaben

Verfahren wegen Steuerhinterziehung nach Art. 61 VStG / 45 StG (Neu eröffnete Verfahren)
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
12 67 91 159 151 100 102 104 102  92
Verfahren wegen Steuergefährdung nach Art. 62 VStG / 46 StG (Neu eröffnete Verfahren)
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
64 58 39 140 133 142 221 37 65  32
Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten nach Art. 64 VStG (Neu eröffnete Verfahren)
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
n/v n/v n/v n/v n/v n/v n/v 174 706 934

Internationales

Verfahren wegen Verletzung der Meldepflichten nach Art. 32/34 AIAG (Neu eröffnete Verfahren)
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
n/v n/v n/v n/v n/v n/v n/v 64 32 56

Straflose Selbstanzeigen

Stand 15.09.2021
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Total
3736 4355 3190 3635 5800 6238
7256 12 020 20 771 24 091 15 941 5417 112 450

Am 1. Januar 2010 trat das Bundesgesetz über die Vereinfachung der Nachbesteuerung in Erbfällen und die Einführung der «straflosen Selbstanzeige» in Kraft. Dadurch können sich Steuerhinterzieher bezüglich der direkten Bundessteuer und der Kantons- und Gemeindesteuern einmal in ihrem Leben selbst anzeigen, ohne für die Hinterziehungen bestraft zu werden. Sie werden ausschliesslich nachbesteuert. Die Verfahren werden durch die kantonalen Steuerverwaltungen geführt.

Damit schweizweit sichergestellt werden kann, dass dieselbe Person nicht mehrfach von der straflosen Selbstanzeige Gebrauch macht, melden die kantonalen Steuerverwaltungen der ESTV die beendeten Verfahren (Nachsteuerverfügung). Da die Höhe der Nachsteuern für diesen Zweck nicht relevant ist, haben die Kantone gegenüber der ESTV diesbezüglich keine Meldepflicht.

Letzte Änderung 26.10.2021

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