Abteilung Strafsachen und Untersuchungen

Die Abteilung für Strafsachen und Untersuchungen (ASU) führt Strafverfahren durch, welche sich nach den Regeln des Verwaltungsstrafrechts richten. Die Abteilung wirkt auch bei der Gesetzgebung im Bereich des Steuerstrafrechts mit. Die ASU trägt damit dazu bei, den Steueranspruch der Allgemeinheit sicherzustellen, rechtswidriges Verhalten zu bestrafen und die Steuerrechtsordnung zu schützen.

Im Bereich der direkten Bundessteuer wird die ASU insbesondere bei Verdacht auf die fortgesetzte Hinterziehung grosser Steuerbeträge, bei Verdacht auf Steuerbetrug und bei Verdacht auf Veruntreuung der Quellensteuern aktiv. Diese Ermittlungsverfahren führt sie in Zusammenarbeit mit den kantonalen Steuerverwaltungen. Die Kantone sprechen dann die Bussen aus und führen die Nachsteuerverfahren. In Bezug auf die Verrechnungssteuer und die Stempelabgaben ahndet die ASU Steuergefährdung, Steuerhinterziehung und Abgabebetrug. Sie führt in diesem Bereich das gesamte Strafverfahren.

Steuerart / Tatbestand 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
dBST Neu eröffnete Verfahren
(Ermittlungsverfahren ASU)
4 11 24 6 11 13 18 14 
dBST Bussen und Nachsteuern aus Ermittlungsverfahren ASU (in Mio.CHF) 5,4 158,8 57,3 22 9,5 0,6 21,6 133,7  41,4 
                   
dBST Strafverfahren der kantonalen Steuerverwaltungen 6'368 5'857 4'032 4'337 3'809 5'852 6'502 6'132 5'746 
                   
VST/St Neu eröffnete Verfahren
Steuerhinterziehung
0 56 30 12 67 91 159 155  91 
VST/St Neu eröffnete Verfahren
Steuergefährdung
96 632 74 64 58 39 140 133  142 

dBST: direkte Bundessteuer;
VST/St: Verrechnungssteuer/Stempelabgaben

Stand 01.07.2017
Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Total
Straflose Selbstanzeigen 3'765 4'541 3'246 3'779 6'285 6'002 3'555 31'173

Am 1. Januar 2010 trat das Bundesgesetz über die Vereinfachung der Nachbesteuerung in Erbfällen und die Einführung der „straflosen Selbstanzeige" in Kraft. Dadurch können sich Steuerhinterzieher bezüglich der direkten Bundessteuer und der Kantons- und Gemeindesteuern einmal in ihrem Leben selbst anzeigen, ohne für die Hinterziehungen bestraft zu werden. Sie werden ausschliesslich nachbesteuert. Die Verfahren werden durch die kantonalen Steuerverwaltungen geführt.

Damit schweizweit sichergestellt werden kann, dass dieselbe Person nicht mehrfach von der straflosen Selbstanzeige Gebrauch macht, melden die kantonalen Steuerverwaltungen der ESTV die beendeten Verfahren (Nachsteuerverfügung). Da die Höhe der Nachsteuern für diesen Zweck nicht relevant ist, haben die Kantone gegenüber der ESTV diesbezüglich keine Meldepflicht.

Kontakt:
E-Mail: asu.dvs@estv.admin.ch
Tel: +41 58 463 01 81

Letzte Änderung 20.07.2017

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