Saldo- und Pauschalsteuersätze

Zweck der Saldo- und Pauschalsteuersätze

Saldo- und Pauschalsteuersätze sind Branchensätze, welche die Abrechnung mit der ESTV wesentlich vereinfachen, weil die Vorsteuern nicht ermittelt werden müssen. Die geschuldete Steuer wird bei diesen Abrechnungsmethoden durch Multiplikation des Bruttoumsatzes, d.h. des Umsatzes einschliesslich Steuer, mit dem entsprechenden von der ESTV bewilligten Saldosteuersatz beziehungsweise Pauschalsteuersatz berechnet.

In den Rechnungen gegenüber den Kunden muss die steuerpflichtige Person jedoch die Steuer zum gesetzlichen Steuersatz ausweisen.

Wer darf Saldosteuersätze anwenden?

Mit Saldosteuersätzen abrechnen können grundsätzlich diejenigen steuerpflichtigen Personen, welche beide nachfolgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der steuerbare Jahresumsatz (inkl. Steuer) darf nicht mehr als 5,005 Mio. Franken betragen.
  • Die geschuldete Steuer darf nicht mehr als 103 000 Franken pro Jahr betragen. Sie wird durch Multiplikation des gesamten steuerbaren Umsatzes mit dem für die betreffende Branche geltenden Saldosteuersatz ermittelt.

Im ersten Jahr der Steuerpflicht bzw. im Jahr vor dem Wechsel von der effektiven Methode zur Saldosteuersatzmethode dürfen die nachstehend aufgeführten Jahresumsätze nicht überschritten werden:

  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 0,1 %, 0,6 %, 1,2 %, 2,0 % max. CHF 5,005 Mio.
  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 2,8 % max. CHF 3,68 Mio.
  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 3,5 % max. CHF 2,95 Mio.
  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 4,3 % max. CHF 2,40 Mio.
  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 5,1 % max. CHF 2,02 Mio.
  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 5,9 % max. CHF 1,75 Mio.
  • bei anzuwendendem Saldosteuersatz von 6,5 % max. CHF 1,59 Mio.

Ziffer 1.3 der MWST-Info 12 Saldosteuersätze hält fest, welche steuerpflichtigen Personen diese Abrechnungsmethode nicht anwenden können, auch wenn sie die vorstehend erwähnten Bedingungen erfüllen.

Wer mit Saldosteuersätzen abrechnen will, muss dies der ESTV schriftlich mitteilen. Über die dabei einzuhaltenden Fristen gibt Ziffer 2 der MWST-Info 12 Saldosteuersätze Auskunft. Die ESTV bewilligt höchstens zwei Saldosteuersätze. Die Abrechnung mit der ESTV erfolgt halbjährlich.

Wer darf Pauschalsteuersätze anwenden?

Gemeinwesen und verwandte Bereiche (private Schulen und Spitäler, Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs usw.) sowie Vereine und Stiftungen haben die Möglichkeit, ungeachtet der Höhe ihrer Umsätze mittels Pauschalsteuersätzen abzurechnen. Eine Abrechnung mit Saldosteuersätzen ist hingegen nicht möglich.

Ziffer 1.3 der MWST-Info 13 Pauschalsteuersätze hält detailliert fest, welche steuerpflichtigen Personen diese Abrechnungsmethode anwenden können und welche nicht.

Wer mit Pauschalsteuersätzen abrechnen will, muss dies der ESTV schriftlich mitteilen. Über die dabei einzuhaltenden Fristen gibt Ziffer 2 der MWST-Info 13 Pauschalsteuersätze Auskunft. Die Anzahl der anwendbaren Pauschalsteuersätze ist nicht beschränkt. Die Abrechnung mit der ESTV erfolgt vierteljährlich.

Beispiel Anwendung Saldosteuersatz

Ein Architekt, dem die ESTV den Saldosteuersatz von 5,9 % bewilligt hat, vereinnahmt während eines Semesters 400 000 Franken inkl. MWST. Er deklariert in der Abrechnung den Umsatz von 400 000 Franken und multipliziert ihn mit dem Saldosteuersatz von 5,9 %, was eine geschuldete Steuer von 23 600 Franken ergibt.

Es sind keine weiteren Rechenoperationen notwendig; die Ermittlung der Vorsteuer entfällt. In den Rechnungen weist der Architekt nicht den Saldosteuersatz, sondern den gesetzlichen Steuersatz von 7,7 % aus.

Letzte Änderung 27.02.2018

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